Den Klimaschutz anpacken

Mit hessischen Landfrauen für’s Leben lernen

 

Der Klimawandel ist eine der wichtigsten Herausforderungen der heutigen Zeit. Im Rahmen des „Integrierten Klimaschutzplans 2025“ stellt die hessische Landesregierung Fördermittel für vielfältige Maßnahmen zur Verfügung, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Hierzu zählen auch Ernährungsbildungsprojekte, durchgeführt von hessischen Landfrauen.

Im Rahmen des Landfrauentages zum Hessentag in Bad Hersfeld überreichte Verbraucherschutzministerin Priska Hinz den Förderbescheid an LFV-Präsidentin Hildegard Schuster. Diese Fördermittel ermöglichen es, die bisher von hessischen Landfrauen durchgeführten Ernährungsbildungsprojekte Kinder-Kochkurse, Ernährungsführerschein und Werkstatt Ernährung von Sommer 2019 bis zunächst Ende 2020 auszuweiten und das Thema „Ernährung und Klimaschutz“ stärker in den Fokus zu rücken. Denn: was wir essen und wo und wie wir Lebensmittel einkaufen, lagern und zubereiten hat Einfluss auf die Umwelt und das Klima.

Was eine ausgewogene, wertschätzende, umwelt- und klimafreundliche Ernährung auszeichnet und wie sich diese im Alltag umsetzen lässt, das lernen die Kinder und Jugendlichen in den drei genannten Projekten. Das Besondere dieser Projekte: das eigene Tun der Mädchen und Jungen steht im Mittelpunkt. Neben viel Wissenswertem rund um Lebensmittel, Ernährung und Klimaschutz, lernen sie den praktischen Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten: Worauf ist bei Einkauf, Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln zu achten? Welche Hygieneregeln gilt es zu berücksichtigen? Wie ist der richtige Umgang mit Messer, Sparschäler, Reibe, Handrührgerät und Co? Wie gelingt eine nährstoff-, ressourcen- und umweltschonende Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln? Und vieles mehr. Sie lernen damit für ihr weiteres Leben.

„Den eigenen Ernährungsalltag bewusst und eigenständig zu gestalten, ist eine grundlegende Lebenskompetenz. Es ist wichtig, dass sowohl Mädchen als auch Jungen dies von klein auf kontinuierlich lernen. Seit Jahren machen wir uns daher für ein Unterrichtsfach „Alltagskompetenzen“ stark – bisher erfolglos. Die finanzielle Förderung der drei Projekte im Rahmen des „Integrierten Klimaschutzplans 2025“ ist jedoch erfreulich und leistet einen wichtigen Beitrag. Die Landfrauen sind hierbei kompetente Partnerinnen“, erklärte LFV-Präsidentin Hildegard Schuster. Letzteres betonte auch Verbraucherschutzministerin Priska Hinz bei Ihrer Rede im Rahmen des Landfrauentages.

Um die Projekte in Hessen ausweiten zu können, werden neue Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gesucht.

Neben der Freude ernährungs- und klimarelevante Themen zu vermitteln und gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zu kochen, ist für die Durchführung des Ernährungsführerscheins und der Werkstatt Ernährung eine Ausbildung im Bereich Hauswirtschaft und/oder Ernährung Voraussetzung. Die Durchführung dieser beiden Projekte wird vergütet und bietet die Möglichkeit eines flexiblen Zuverdiensts. Für die Durchführung der Kinder-Kochkurse gelten keine weiteren Voraussetzungen, die Akteurinnen erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Mit entsprechenden kostenfreien Schulungen –voraussichtlich ab Herbst 2019 – werden die zukünftigen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auf die Durchführung der drei Ernährungsbildungsprojekte vorbereitet. Inhalte werden sein: aktuelle Informationen zum Thema „Ernährung und Klimaschutz“, Anregungen zur Arbeit und dem gemeinsamen Kochen mit Kindern und Jugendlichen sowie Umsetzungsbeispiele.

Weiteres Informationen werden im Juli bekannt gegeben.

Interessentinnen und Interessenten können sich bereits jetzt unter
Tel.: 06172-77073 oder
E-Mail: sommerfeld@landfrauen-hessen.de
melden.

„Klimabewusste Ernährungsbildung im Rahmen des Integrierten Klimaschutzplans 2025“

Die Kinder-Kochkurse des LFV Hessen sind ein Angebot der Ortslandfrauenvereine für Mädchen und Jungen zwischen 8 und 11 Jahren. Sie finden ein- oder mehrmalig an Grundschulen, in Dorfgemeinschaftshäuser, Bürgerhäusern, Vereinsheimen oder auch im Rahmen der Ferienspiele statt.

Der Ernährungsführerschein des Bundeszentrums für Ernährung (ehemals aid) richtet sich an Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse und wird in sechs bis sieben Doppelstunden von einer Multiplikatorin gemeinsam mit der Lehrkraft durchgeführt.

Die Werkstatt Ernährung – ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – ist ein erlebnis- und handlungsorientiertes Bausteinkonzept rund um das Thema Essen und Trinken. Es richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klasse und eignet sich für die Durchführung im Regel- oder Wahlpflichtunterricht, für Projekttage und Projektwochen oder als Arbeitsgemeinschaft im Nachmittagsunterricht.

 

Das Projekt „Klimabewusste Ernährungsbildung im Rahmen des Integrierten Klimaschutzplans 2025“ wird in den Jahren 2019 und 2020
gefördert durch das Land Hessen, Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.