Gemeinsam statt einsam
Grußworte

Miteinander reden statt übereinander!

Liebe Landfrauen, insbesondere liebe Bäuerinnen,

wie wichtig es ist, miteinander statt übereinander zu reden, haben Sie, liebe Bäuerinnen und Bauern, am vergangenen Dienstag in Berlin mit einer beeindruckenden und völlig gewaltfreien Demonstration gezeigt. Sie haben damit Aufmerksamkeit erzielt und in der Öffentlichkeit, im Parlament und bis in die Spitze der Bundesregierung Gehör gefunden. Danke für ihren Einsatz in Berlin! Danke auch all denen, die Sie zu Hause vertreten haben und danke all den Bäuerinnen und Bauern, die mit Mahnfeuern und mehr in den Regionen auf die Sorgen und Nöten der Landwirtschaft hingewiesen haben!

Miteinander und generationsübergreifend über die Verbandsgrenzen hinweg haben Sie allen gezeigt, gemeinsam können wir für die Landwirtschaft was tun. Wir können etwas tun gegen die existenzvernichtenden Auflagen, gegen eine erdrückende Bürokratie und gegen das immer stärker werdende Gefühl, in die gesellschaftliche Ecke der Umweltzerstörer gestellt zu werden!

Wir vernichten unsere eigenen Lebensgrundlagen nicht, sondern tun alles, um sie- nicht zuletzt für unsere Kinder- zu erhalten! Wir praktizieren Nachhaltigkeit! Sie alle haben gemeinsam gezeigt, dass es jetzt reicht, von vermeintlichen „Experten“ – VerbraucherInnen und PolitikerInnen -, die wohl nicht mehr wissen, wer die Mittel zum Leben erzeugt, bevormundet zu werden.

Nehmen wir alle dieses starke Erlebnis der Gemeinsamkeit aller in der Landwirtschaft Tätigen mit und setzen den Dialog zwischen den Bäuerinnen und Bauern und den VerbraucherInnen jetzt vor Ort fort! Miteinander und nicht übereinander zu reden, das wissen wir Landfrauen, bringt uns hier, heute und morgen weiter. Es kommt jetzt auf uns alle an. Jede und jeder von uns muss das Gemeinschaftsgefühl, das wir in der letzten Woche erlebt und gespürt haben, in seinem Umfeld weitertragen und die Landwirtschaft, wie wir sie leben, unsere tägliche Arbeit mit unserem höchsten Gut, den Tieren und Feldern, den VerbraucherInnen erklären. Vor allem den Kindern, der nächsten Generation, müssen wir, ob bei einem Kinder-Kochkurs oder beim Bauernhofbesuch, erklären und zeigen, wo unsere Lebensmittel herkommen, wie wertvoll sie sind und wie man mit ihnen umgeht.

Ansonsten wäre die ganze Aktion vergebens gewesen und hätte für alle Akteure in der Landwirtschaft nichts gebracht, wieder einmal NICHTS! Und die nächste Verbrauchergeneration wird noch weniger wissen, wo und wie unsere Mittel zum Leben wachsen und erzeugt werden!

„Berlin“ wurde wachgerüttelt. Alle beteiligten Verbände wurden zu einer Gesprächsrunde von der Bundeskanzlerin eingeladen. Auch wir in unseren Verbänden sind hier und heute gefordert, den Dialog viel stärker und engagierter aufzugreifen und zu führen. Wir Landfrauen werden auch weiterhin und noch stärker hier in Hessen Brückenbauer sein. Dazu brauchen wir noch mehr Ihre Unterstützung. Machen Sie mit! Lassen Sie uns gemeinsam miteinander statt übereinander reden.

Ihre Präsidentin

Hildegard Schuster