Gemeinsam statt einsam
Grußworte

2. Brief der Präsidentin des LFV Hessen anlässlich der Ausbreitung von Covid-19

 

Liebe Landfrauen in den Bezirksvereinsvorständen und Ortsvereinsvorständen,

Liebe hessische Landfrauen,

in der vergangenen Woche haben wir alle gezeigt, dass wir Solidarität im Miteinander und Füreinander leben können. Jetzt gilt es, dies auch für die kommenden Wochen durchzuhalten, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren und tagtäglich das Beste für sich und seine Liebsten daraus zu machen.

Es ist für uns eine neue Herausforderung, jede einzelne Landfrau gezielt in den „anderen“ Blick zunehmen. Wir alle sind gefordert, kreative Wege zu gehen. Dabei hilfreich sind Gespräche am Telefon, Handy, WhatsApp und Briefe schreiben, um sich untereinander auszutauschen, Sorgen, Nöte und Ängste zu besprechen, Telefonketten zu anderen Landfrauen in unseren Vereinen aufzubauen, Einkaufshilfen, Apothekengänge und mehr anzubieten.
Keine Landfrau soll sich einsam und allein gelassen fühlen. Jede Landfrau soll unsere Gemeinschaft spüren, sich aufgehoben und gestärkt fühlen.

In den anderen „Blick“ möchte ich heute ebenso die Bäuerinnen und die Direktvermarkterinnen nehmen. Für sie ist es eine große Herausforderung, frische Lebensmittel ohne die bisherigen Mitarbeiter aus den osteuropäischen Ländern zu ernten und zu vermarkten. Hier können wir mithelfen: Wir können vielen Menschen zusätzliche Verdienstmöglichkeiten als Erntehelfer vermitteln.

In unserem Netzwerk und mit unseren Telefonketten können wir die Landfrauen auf die vermehrt frischen Angebote der Direktvermarkterinnen Vorort aufmerksam machen, Bestellungen sammeln und Hauslieferungen anbieten. Das ist gerade in den kommenden Wochen wichtig, wenn der erste regionale Spargel und die ersten Salate geerntet worden sind. Genauso wichtig ist es für uns Landfrauen selbst, mit frischen Nahrungsmitteln unseren Körper zu stärken!

Besondere Hilfen benötigen aber auch die Familien, die Ersatz für die fehlenden Pflegekräfte dringend suchen. Zeigen wir gemeinsam, was die Landfrauen ausmacht und dass wir auch kurzfristig Hilfen organisieren können!
Danken möchte ich allen, die in dieser Krise für uns alle sorgen, egal an welcher Stelle. Jede/jeder an seinem Platz wird gebraucht!

Mein besonderer Dank gilt den Landfrauen des Bezirksvereins Weilburg. Sie nähen mit ihren Fachkenntnissen Behelfs-Mund-Nasen-Masken für das Limburger Krankenhaus, die so dringend gebraucht werden!

Wichtig ist mir auch, allen Landfrauen, die in den zurückliegenden Woche Geburtstag hatten, herzlich zu gratulieren und alles Gute zu wünschen! Sie konnten nicht groß feiern, daher wünsche ich Ihnen besonders viel Kraft und Zuversicht, dass wir gemeinsam diese Krise meistern werden! Da bleibt Zeit uns umzustellen für eine virtuelle, virenfreie Umarmung nach „Landfrauenart“!

Wir müssen uns umstellen. Akzeptieren, dass es jetzt anders ist.

„Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling,“ schrieb einst Vincent van Gogh.

Die Veränderungen von außen spüren wir nun tagtäglich. Gestalten wir sie positiv mit. Die Nachbarn grüßen. Der Verkäuferin danken. Auch uns selbst zu stärken ist wichtig! Kleine schöne Momente im hier und jetzt wahrnehmen oder wir erinnern uns an schöne Tage, Landfrauentage, Fahrten und Spielabende, die wir gemeinsam erlebt haben.

Und nun, passen wir uns dem geforderten Wandel an und machen das Beste daraus.

Gemeinsam sind wir nun gefordert!

Leben wir Landfrauen unsere Solidarität im Miteinander und Füreinander! Auch das sind wir Landfrauen! Und das machen unsere Vereine aus!

Herzlichste Grüße an Sie alle und an unsere Landfrauen.

Bleiben Sie gesund!
Ihre Hildegard Schuster

 

Den Brief der Präsidentin des LFV Hessen zum Herunterladen finden Sie hier.

30. März 2020