Junge Landfrauen in Hessen – die Zukunft gestalten!

„Wir freuen uns sehr, dass wir heute zusammen sind und über unsere Zukunft sprechen“, sagte Fabienne Sinick, Beisitzerin im Landesvorstand, zur Begrüßung. Präsidentin Hildegard Schuster führte in die Geschichte der Landfrauenvereine ein. Unter dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“ erfuhren die Frauen von den Anfängen der Landfrauenbewegung und wie sich die Vereine, die Strukturen und die Mitglieder im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.

„Wer sind die Frauen, die als neue Mitglieder gewonnen werden können?“, Was können Landfrauenvereine jungen Frauen bieten? und: Was muss sich ändern, damit junge Frauen sich im Landfrauenverein zuhause fühlen? Diesen Fragen gingen die Teilnehmerinnen des Workshops nach.

„Jede Frau ist eine potentielle Landfrau, egal, ob sie nun in Vollzeit arbeitet, Hausfrau ist, studiert, Rentnerin ist oder sich um kleine Kinder kümmern muss.“, waren sich die Teilnehmerinnen einig. Obgleich jede Frau andere Bedürfnisse und Erwartungen an den Verein und im Alltag mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen hat, kann jede Frau den Verein durch ihre persönlichen Talente, Erfahrungen und ihr Wissen bereichern. Sie sind überzeugt, die Landfrauenvereine können jungen Frauen sehr viel bieten. Es gibt Vieles, was die jungen Frauen an den Landfrauen schätzen und auf jeden Fall bewahrt werden sollte:

  • dass die Vereine sind überparteilich und überkonfessionell sind;
  • dass es in den Vereinen Möglichkeiten zur Vernetzung und den Austausch zwischen den Vereinsmitgliedern gibt, auch über Genrationen hinweg;
  • dass sich die Frauen im und durch den Verein gegenseitig unterstützen, sich fort- und weiterbilden, kreativ betätigen und sich mit ihren Fähigkeiten einbringen können;
  • dass die hauswirtschaftlichen Fähigkeiten in den Landfrauenvereinen noch wertgeschätzt werden

Aber die jungen LandFrauen wünschen sich auch Veränderungen im Verband und in den Vereinen vor Ort:

  • Das Image der LandFrauen und des Verbandes muss sich verändern. Zwar sei es toll, dass die LandFrauen für ihre Koch- und Bakkünste bekannt wären, dies führe aber dazu, dass die Vereine in der Öffentlichkeit als „Kuchenbackverein“ wahrgenommen würden. Das etwas „angestaubte“ Image zu verändern, sei jedoch schwierig. In vielen Orts- und Bezirksvereinen werde wenig Neues zugelassen – und so bleibe alles beim Alten oder es gebe heftige Konflikte zwischen den Generationen, die den Vereinen eher schadeten als nützten.
  • Die Öffentlichkeitsarbeit, die Präsentation der Vereine im Internet und in den sozialen Medien müsse modernisiert werden, waren sie sich einig. „Wir müssen deutlicher zeigen, wie unterschiedlich wir alle sind, wie groß die Diversität unter uns Landfrauen ist – und wir müssen das selbstbewusst tun“, forderte eine der jungen Frauen.
  • Die Kommunikation zwischen den Orts- und Bezirksvereinen sowie dem Landesverband sollte sich verbessern.
  • Die Veranstaltungen und Programmangebote in den Ortsvereinen sollten zeitlich flexibler oder zumindest um Angebote erweitert werden, die auch von Müttern kleiner Kinder oder Frauen, die neben ihrer Berufstätigkeit Angehörige pflegen, besucht werden können. „Das Kaffeetrinken am Nachmittag muss unbedingt bleiben – aber junge Mütter freuen sich auch, wenn sie abends mal für ein paar Stunden rauskommen, mit anderen Frauen sprechen und kreativ sein können“, sagte eine Teilnehmerin.
  • Das Seminarangebot des Landesverbandes sollte um Programmpunkte erweitert werden, die jüngere Frauen ansprechen. Um zu erfahren, welche Interessen die Mitglieder, jüngere und ältere, haben und was sie sich von „ihren“ LandFrauen wünschen, schlugen die Teilnehmerinnen vor, die Mitglieder zu befragen.

Die Aufträge der 15 Frauen des Zukunftsworkshops an den Landesvorstand notierte Hildegard Schuster fleißig. Sie bedankte sich für die Anregungen der Teilnehmerinnen und versprach „Wir haben jetzt viel zu tun. Wir werden uns darum kümmern!“ Alle Teilnehmerinnen zogen eine positive Bilanz dieses ersten Zukunftsworkshops. Die Präsidentin stellte in Aussicht, dass bis zu einem weiteren Treffen nicht allzu viel Zeit vergehen solle.